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© Michaelskloster

Michaelskloster Paderborn

Paderborn

Das Michaelskloster liegt im alten Stadtkern von Paderborn, etwa 50m unterhalb des Domes und ist von den Paderquellen umgeben.

Im Jahre 1658 wurden die Augustiner Chorfrauen des Lotharinger Klosters in Münster vom damaligen Fürstbischof Dietrich Adolf von der Reck für eine Neugründung in Paderborn gewonnen, weil er vom bemerkenswerten Wirken der Schwestern dort gehört hatte, die jungen Mädchen kostenlosen Unterricht erteilten und sogar die französische Sprache unterrichteten.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in Paderborn erfreute sich die Gemeinschaft bald regen Zuspruchs seitens der Bevölkerung, die ihre Töchter gern zur Schulbildung den Schwestern anvertraute. Raumnot und finanzielle Engpässe wurden durch wohltätige Fürstbischöfe überwunden, die den Schwestern das sogenannte „Hauss auff der Pader“ schenkten bzw. in den Jahren  1691-98 das Kloster und die Kirche erbauten und unter den Schutz des Erzengels Michael stellten.

Das Kloster überstand unbeschadet die Säkularisation, während des Kulturkampfes wurde die Gemeinschaft ausgewiesen und übersiedelte für einige Jahre nach Neufvilles in Belgien. Nach Schließung der Schule durch die Nationalsozialisten und trotz erheblicher Zerstörung der Gebäude im Jahre 1945 eröffneten die Schwestern das Gymnasium St. Michael im Januar 1946 als erstes der Paderborner Schulen. 1950 wurde zudem eine zweizügige Realschule eingerichtet. Beide Schulen, die sich seit 2012 in der Trägerschaft des Erzbistums Paderborn befinden, umfassen heute etwa 1400 Schülerinnen und seit 2013 auch Schüler.

Die Kirchenfassade gilt als einzigartiges Kunstwerk flämischen Barocks und wurde vom Kapuzinermönch Ambrosius von Oelde Ende des 17. Jahrhunderts entworfen. Sie blieb vom Angriff im zweiten Weltkrieg verschont und wurde Anfang der 90er Jahre restauriert.

Von der Michaelstraße aus betritt man durch ein Holztor einen malerischen Binnenhof, von dem aus der Besucher rechts in die Michaelskirche gelangt. Ein wenig versteckt liegt links die Klosterpforte.

Die Gemeinschaft der Augustiner Chorfrauen C.B.M.V. verbindet das kontemplative und aktive Ordensideal miteinander. So verrichten die Schwestern fünfmal am Tag das kirchliche Stundengebet im Auftrag der Kirche, wozu sich auch oft Gäste einfinden. Als augustinische Gemeinschaft hat das klösterliche Zusammenleben einen hohen Stellenwert und vollzieht sich beispielsweise im gemeinsamen Beten, bei den Mahlzeiten, in der Rekreation sowie in Gütergemeinschaft. Entscheidungen werden demokratisch getroffen.

Das aktive Element des Ordens kommt durch die Schule zum Ausdruck, wobei es neben dem eigentlichen Unterricht etliche andere Bereiche des Arbeitens und Wirkens in Kloster und Schule gibt. Gästen, die vor allem Stille und Zeiten des Betens oder eine geistliche Begleitung suchen, finden hier seit 2008 einen freundlichen Gästebereich vor.