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Katholische Landvolkshochschule Hardehausen

Hardehausen

Als »Bauernmönche« kamen die Zisterzienser 1140 vom Niederrhein nach Hardehausen. Schnell entwickelte sich
das Kloster zur größten geistlichen Grundherrschaft im Hochstift Paderborn. Durch die Wirren des Dreißigjährigen
Krieges zerstört, entstand 1689 das Kloster im barocken Stil – seinem heutigen Erscheinungsbild.

1803 wurde das Kloster säkularisiert und fortan als Staatsdomäne weitergeführt; die Mönche mussten die Abtei
verlassen. Die versuchte Neubesiedlung durch den Orden im Jahre 1927 scheiterte bereits 1938 an den politischen
Verhältnissen. Nach dem 2. Weltkrieg bestimmte Erzbischof Lorenz Jaeger das ehemalige Kloster für die Jugend-
und Landbevölkerung: Seit 1945 befindet sich hier das Jugendhaus des Erzbistums Paderborn, seit 1949 die Landvolkshochschule.

Schulklassen, Jugendverbände und -gruppen einerseits, Bauern und Landwirte, Ehrenamtliche aus Kirche und
Vereinen sowie Familien andererseits sind zentrale Zielgruppen der beiden Häuser, die auf dem 18 Hektar großen Gelände, von einer knapp zwei Kilometer langen Klostermauer umgeben, tätig sind. Hinzu kommen inzwischen
viele weitere Personen, die mit steigender Vielfalt der Veranstaltungsangebote selbst aus einem größeren Umkreis
und in allen Altersschichten herkommen.

Glaube für junge Menschen in heutiger Zeit und der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung sind Grundanliegen des Jugendhauses. Die Landvolkshochschule »ermutigt Menschen, das Land mitzugestalten« und setzt sich
aktiv in unterschiedlichen Projekten für die Entwicklung des ländlichen Raums ein.

Aus unterschiedlichen Epochen sind die heutigen Gebäude entstanden: Noch aus dem 12. Jahrhundert stammt die Michaelskapelle, das ehemalige Beinhaus. Das Herzstück der ursprünglichen Klosteranlage ist am besten im Kreuzgang zu erleben, der Ende des 17. Jahrhunderts entstand. Die alte Abteikirche gehört zu den wenigen Gebäuden,
die der Säkularisation zum Opfer fiel. Erst 1965 wurde eine neue Kirche, der »virgo gloriosa« gewidmet, errichtet. Sie
wurde 2017 um(ge)baut und erstrahlt als ein neuer Anziehungspunkt dieses Ortes, zu dem jährlich über 30.000
Gäste kommen.