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© Bernhard Padberg

Kloster Oelinghausen

Arnsberg

Kloster Oelinghausen wurde im Jahre 1174 durch den kölnischen Ministerialen Sigenand von Basthusen und seine Frau Hathewigis gestiftet. Neuere Forschungen datieren die Klostergründung sogar in den Zeitraum um 1150. Im
ersten Jahrhundert seines Bestehens ein Doppelkloster, wurde es später ein reines Frauenkloster des Prämonstratenserordens. Nach einer Blütezeit im 14. Jahrhundert war es im 17. Jahrhundert für kurze Zeit ein freiadeliges
Damenstift. In diesem Zeitraum erlitt das Kloster in den sog. Truchsessischen Wirren zahlreiche Zerstörungen.
Unter der Äbtissin Ottilia von Fürstenberg erfolgte schon bald danach ein grundlegender Neuaufbau.

Nach der Rückkehr zum Prämonstratenserorden im Jahre 1641 und einer Nachblüte in der Barockzeit erfolgte 1804 die Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation.

Die dem heiligen Petrus und der Gottesmutter Maria geweihte gotische Klosterkirche wurde als Nachfolgebau einer romanischen Kirche in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet. Der Innenraum der Kirche erhielt Anfang des 18. Jahrhunderts eine reiche barocke Ausstattung.

Zu den bemerkenswertesten Ausstattungsstücken gehören drei mittelalterliche Kreuzdarstellungen aus dem Zeitraum von 1150, 1270 und 1380 und eine romanische Madonnenfigur aus der Zeit um 1200. Die berühmte
Oelinghauser Klausing-Orgel aus dem frühen 18. Jahrhundert enthält zahlreiche Pfeifen und Register aus
früheren Orgeln.

Obwohl nach der Säkularisation zahlreiche Gebäude abgerissen wurden bzw. eine Umnutzung erfuhren, bietet
Kloster Oelinghausen auch heute noch das Bild einer differenzierten Klosteranlage der Barockzeit mit Kirche,
Klosterbauten und zahlreichen Ökonomiegebäuden. Der Wirtschaftshof wurde 1828 an die Familie von Fürstenberg verkauft.

Zunächst ein kirchliches Benefizium der Pfarrei St. Petri Hüsten, wurde Oelinghausen 1904 zur Pfarrei erhoben.

Nach 152 Jahren wurde Oelinghausen 1956 wieder zum Kloster. Nachdem die Mariannhiller Missionare 1991 den Standort aufgaben, wird das Kloster seit 1992 von den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel bewohnt. Der Konvent in Oelinghausen hat die Seelsorge und den Wallfahrtsbetrieb übernommen und in einem ehemaligen Klostergebäude eine ergotherapeutische Praxis errichtet.

Nach Veränderung der Pfarrstrukturen gehört Kloster Oelinghausen seit 2013 heute wieder zur Pfarrei St. Petri Hüsten. Neben den in Oelinghausen lebenden und wirkenden Schwestern wird das Kloster von einem rührigen Freundeskreis Oelinghausen e.V. unterstützt. Er bietet im Jahresverlauf neben einem kleinen Museum einen Schaugarten und zahlreiche kulturelle und Konzertveranstaltungen sowie wechselnde Ausstellungen an.

Oelinghausen präsentiert sich heute als ein wunderschöner Ort in einem Landschaftsschutzgebiet, der viele Möglichkeiten für Gebet, Einkehr und Stille bietet. Mit Gottesdiensten, Wallfahrten und vielen religiösen und kulturellen Veranstaltungen und Projekten zeigt sich Oelinghausen heute als lebendiger Klosterort und Kraftquelle.