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© Stephan Mockenhaupt

Marienwallfahrt Werl / ehemaliges Franziskanerkloster zu Werl

Werl

Seit 1645 ist die Stadt Werl mit franziskanischem Leben verbunden. Im besagten Jahr erteilte der Kölner Kurfürst-Erzbischof Ferdinand von Bayern (1612-1650) den Kapuzinern die Erlaubnis für eine neue Niederlassung in Werl, die 1649 bezogen werden konnte. Im Jahr 1661 wurde den Kapuzinern durch Kurfürst-Erzbischof Maximilian Heinrich (1621-1688) das Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ aus der Soester Wiesenkirche übergeben, welches die bis heute bestehende Wallfahrt nach Werl begründete. Von 1661-1663 wurde die erste Klosterkirche erbaut, die wegen Baufälligkeit in den Jahren 1786-1789 ersetzt wurde. Diese ist bis heute erhalten.
1834 wurde das Kapuzinerkloster säkularisiert; die Wallfahrt übernahm der Stadtklerus. Der Magistrat der Stadt Werl versuchte mit einer Bittschrift im Jahr 1848 an die bischöfliche Behörde in Paderborn, das Kloster neu besiedeln. Der Bischof folgte dem Wunsch und übergab das Kloster 1849 an den Franziskanerorden. Aufgrund der gestiegenen Wallfahrtszahlen um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) wurde der Neubau von Kloster und Wallfahrtskirche notwendig.
Von 1903 bis 1906 entstand das heutige Klostergebäude und die jetzige Wallfahrtskirche, die am 24. Mai 1911 geweiht und am 16. Oktober 1953 durch Papst Pius XII. zur päpstlichen Basilika („basilica minor“) erhoben wurde. Nach 170jährigem segensreichen Wirken wurde der Franziskanerorden am 1. September 2019 durch den Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker, aus Werl verabschiedet. An diesem Tag übergaben sie das Gnadenbild und damit die Wallfahrt an das Erzbistum Paderborn. Seitdem verantwortet ein diözesanes Pastoralteam die Marienwallfahrt in Werl. Das ehemalige Franziskanerkloster wird derzeit zu einem Wallfahrtszentrum umgebaut, um den Pilgerinnen und Pilgern eine Unterkunft zu bieten.

Das Gebäude wird auch künftig Kloster sein: Mit der voraussichtlichen Fertigstellung Ende 2021 zieht der Werler Konvent der Ursulinenschwestern ein, die ihr bisheriges Kloster in der Neuerstraße aufgeben. Darüber hinaus soll der sich in Planung befindende „Franziskusweg“, der im ehemaligen Franziskanerkloster beginnt und auf dem Kreuzwegplatz neben der Basilika endet, an das über 370jährige franziskanische Wirken in Werl erinnern.