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© Dietmar Rabich

Gemeindekirche St. Jakobus Karthaus

Dülmen

Unweit der Bundesstrasse 51 zwischen Dülmen und Buldern liegt in der Bauernschaft Weddern das ehemalige
Kartäuserkloster »Marienburg«. Die einzige Niederlassung des Kartäuserordens in Westfalen wurde 1476
gegründet. Bis 1803 wurde sie von den »schweigenden Mönchen« bewohnt. Die Gründung beruht auf der Stiftung des Ritters Gerd von Keppel, der seine Burg, samt den zugehörigen Besitzungen, dem Orden vermachte. In einer
Urkunde bestätigte Fürstbischof Heinrich Graf von Schwarzenburg die Stiftung. Als Ordensgründer der Kartäuser wird der heilige Bruno von Köln verehrt.

Die ersten Mönche in Weddern, nutzten die bestehenden Räume der Feste sowie die Burgkapelle. Diese ist 1312
urkundlich belegt und dürfte bereits damals als Patron den Schutz des Apostels Jakobus des Älteren genossen
haben. Durch die zur Verfügung stehenden Geldmittel und Liegenschaften wuchsen die Konventsbauten rasch bis zur Höchstzahl von 22 charakteristischen, wohlorganisierten Zellenhäuschen. Mit dem Bau des Klosters hielt auch die Errichtung Kirche Schritt. Nach vielen An und Umbauten zeigt sich das spätgotische Gotteshaus aus rotem
Backstein auch heute noch als schlichter, einschiffiger Gewölbebau.

In der Turmhalle der Kirche, basierend auf Kupferstichen von 1739 und 1744, ist die ehemalige, unter dem Schutz der Dreieinigkeit und der Gottesmutter stehende Konventssiedlung »Marienburg zu Weddern« dargestellt. Im Inneren der Kirche beeindruckt unter anderem bis heute ein Chorgestühl (wahrscheinlich aus Köln um 1350) und ein
imposantes Rokoko-Gitter aus dem Jahre 1752.

Auch wenn vieles der ehemaligen Klosteranlage nicht mehr sichtbar ist, so ist das Gotteslob der Mönche und ihr Streben nach Vollkommenheit in Sprachlosigkeit und Versenkung auf dem Weg der Nachfolge Christi heute noch
ein Segen für uns Menschen.