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Stiftung Kloster Dalheim - LWL-Landesmuseum für Klosterkultur

Lichtenau-Dalheim

Das Schicksal des Klosters Dalheim ist ebenso bewegt wie beispielhaft für die Klöster seiner Zeit. Einst Ort der Stille, beherbergt es seit 2007 ein in Deutschland einzigartiges Museum für klösterliche Kulturgeschichte. Die Spuren der über 800-jährigen Geschichte sind überall auf dem 7,5 Hektar großen Klostergelände zu entdecken. Von der Klostermauer über den Kreuzgang und die mittelalterliche Kirche mit ihren Wandmalereien bis zu den imposanten Bauten des Barocks sind fast alle Gebäude des einst einflussreichen Klosters erhalten. Selten haben die wesentlichen Bestandteile eines Klosters einschließlich der Wohn- und Wirtschaftsbauten alle Umgestaltungen so gut überdauert wie hier.

Am westlichen Rand des Eggegebirges in einem Seitental der Altenau gelegen, ist das Gelände von einer Naturlandschaft mit Feldern und ausgedehnten Waldgebieten umgeben. In seiner Gesamtheit gibt es einen repräsentativen Eindruck von der Größe und Geschlossenheit einer vollständigen Klosteranlage. Gut ein Viertel der 7,5 Hektar großen Fläche nehmen die Dalheimer Klostergärten ein.

Heute ist die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur eines der 17 Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Deutschlands einziges Landesmuseum für klösterliche Kulturgeschichte. Ausgehend von der eindrucksvollen eigenen Geschichte lädt das Haus ein, die Welt der europäischen Klosterkultur zu entdecken. Und dazu gehören nicht nur „Ora et labora“, sondern auch Musik und Theater, Essen und Trinken, bedeutende Kunstschätze, Bau-, Buch- und Gartenkunst. Im Zentrum der Anlage bieten rund 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche Raum für Dauer- und Sonderausstellungen. Moderne architektonische Einbauten sorgen im Zusammenspiel mit der historischen Bausubstanz für eindrucksvolle Perspektiven.

In der Dauerausstellung machen elf Räume rund um die historische Klausur erfahrbar, wie in einem mittelalterlichen Kloster gelebt, gebetet und gearbeitet wurde. Mithilfe von modernen Inszenierungen spürt die Schau der Faszination und dem Alltag klösterlichen Lebens nach. Die historischen und kulturellen Hintergründe des Phänomens Kloster sind Thema der Ausstellung im Obergeschoss. Von den spätantiken Wüstenvätern bis in die Gegenwart zeichnet sie die Entwicklung einer Kultur nach, die durch ein regelhaftes Leben in Verzicht und Stille gekennzeichnet ist, zu der aber immer auch mehr gehört als die Entsagung vom Weltlichen.

Präsentiert werden rund zweihundert Exponate aus zehn Jahrhunderten: vom Geschirr aus Grabungen über liturgisches Gerät und kostbare Messgewänder bis hin zu Altären und Tafelgemälden, Skulpturen, Bauplastik und historischen Schriften. Filmische Dokumentationen und Interviews zeigen das Ordensleben gestern und heute. Im Jahr 2011 wurde die Dauerausstellung mit dem Design-Preis „red dot“ ausgezeichnet.

Regelmäßig ist die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur auch Schauplatz von Sonderausstellungen, die sich speziellen Aspekten der klösterlichen Kultur widmen.